DER VEREIN
Home | Aktuelles | Baustoff Holz


EUROPÄISCH ARBEITEN

BILDUNG

NORMUNG

BAUSTOFF HOLZ
- Landesspezifika

FORSCHUNG
PRESSEMELDUNGEN


- Prüfungen
- Normungen
- Broschüren


- Forum mit Download


SCHRIFTEN

TERMINE

KONTAKT

ÜBERSETZER

 

Newsletter bestellen

Baustoff Holz

"Die ehrgeizigen Ziele der europäischen Holzbauer für die Zukunft gerüstet zu sein !"
EUROPÄISCHE VEREINIGUNG DES HOLZBAUS  -  E.V.H.

  1. Die Bedeutung der E.V.H.
  2. Das Erfordernis der Akkreditierung
  3. Das Arbeitsprogramm der E.V.H.
  4. Die Vorteile der Landesorganisationen aus der Mitgliedschaft bei der E.V.H.
  5. Voraussetzung europäischer Arbeit
  6. Aus- und Weiterbildung
  7. Vorteile des Holzbaues gegenüber der Bautechnik mit anderen Baustoffen
  8. Einige Aspekte zur Europäischen Normung das Holz betreffend


1. Die Bedeutung der E.V.H.:

Als sich im Juni des Jahres 1989 die maßgebenden Vertreter der Zimmerer- und Holzbauverbände aus Deutschland, Luxemburg, Südtirol und Österreich trafen, war noch gar nicht abzusehen, welche weitreichenden Entwicklungen auf den Holzbau in unmittelbarer Zukunft zukommen werden. Die konkurrierenden Baustoffe ließen dem Holz wenig Spielraum zur Entfaltung im Rahmen des gesamten Baugeschehens, die Bauordnungen, die Normen u.s.w. befanden sich in einer Entwicklungsphase, deren endgültiges Stadium nicht abzusehen war. Diese vorausdenkenden Männer erkannten jedoch bald, daß ein gemeinsames Boot sinnvoll wäre, welches alle "Hölzernen" Europas aufnehmen sollte, um auf einem gemeinsamen Kurs Richtung Erfolg zu steuern. Dieser sollte das Ziel haben, die Anwendung des Holzes im Bauen der Zukunft zu stärken und zu vermehren. Man war sich darüber einig, daß es viele gemeinsame Wege gibt, dieses Ziel zu erreichen. Daher hat man sich entschlossen diese nunmehr mittlerweile etwas bekannte Vereinigung zu gründen.

So ist aus dem schwach besetzten Boot von Zeit zu Zeit ein ansehnlicher Kahn geworden, in welchem auch die französischen Vertreter Platz genommen haben:

 Betriebe

 Angestellte

 Lehrlinge

 Umsatz

 Frankreich

 11.000

 50.000

 748

 3,60 Mrd. ECU

 Deutschland

 8.760

 77.322

 16.799

 5,52 Mrd. ECU

 Österreich

 773

 1.763

 2.077

 0,62 Mrd. ECU

 Südtirol

 280

 900

 -

 -

 Luxemburg

 30

 200

 5

 -

 Summe  20.843  130.185  19.629  9,74 Mrd. ECU


2. Das Erfordernis der Akkreditierung:

Bald erkannte man eine Vielzahl von Aufgaben, welche für das Gewerbe wie auch für die Industrie gleichermaßen von Bedeutung sind, nämlich:

Ziele, Koordinierung technischer Angelegenheiten und deren
schlagkräftige Realisierung durch den Einsatz der Stabstelle -
Vorteile für die nationalen Verbände


3. Das Arbeitsprogramm der E.V.H.:

Die E.V.H. hat in mehreren Sitzungen ihr Arbeitsprogramm wie folgt beschlossen:

(Nachstehende Aufzählung ist nicht nach Prioritäten gereiht !)

  • Erstellung eines technischen Wörterbuches
  • Standardisierung der Holzquerschnitte
  • EDV - Einsatz im Zimmererberuf und in den Betrieben,
    Einsatz von CAD und CAM
  • Aus- und Weiterbildung
  • Gefahrstoffverordnungen
  • Umweltschutz
  • Abfallentsorgung und Recycling
  • Holzforschung und Ökoprofil Holz
  • Werbeaktionen und Öffentlichkeitsarbeit
  • Bauverordnungen
  • Öffentliches Auftragswesen
  • Normen und Standardisation
  • Brandverhalten
  • Qualitätssicherung
  • Lehrlingsaustausch
  • E.V.H. - News als Teil der Öffentlichkeitsarbeit
  • Holzhausbau (insbesondere mehrgeschoßiger Holzhausbau)
  • Vermehrte Einflußnahme bei der Europäischen Holzbaunormung
  • Informationsaustausch - Automatik (insbesondere über Forschungsresultate)

Ein derart vielfältiges Programm kann sicher nicht von Funktionären erledigt werden, sondern bedarf entweder eines starken Sekretariates oder noch besser - und zu diesem Weg hat sich die E.V.H. entschlossen - einer Stabstelle Technik.


4. Die Vorteile der Landesorganisationen aus der Mitgliedschaft bei der E.V.H.:

Die Bearbeitung der in der E.V.H. aufgezeigten Ziele bringt auch den einzelnen Verbänden (Landesorganisationen) Vorteile !

  • Das technische Wörterbuch hilft bei der Interpretation von Zulassungen, Gesetzen, Normen, europäischen Ausschreibungen, etc.
  • Die Standardisierung der Holzquerschnitte bringt eine Rationalisierungsmaßnahme, welche zuerst den Mitgliedern der E.V.H. zugute kommt und von nationalen Interessen geprägt sein wird.
  • Die Bearbeitung des Themas EDV bringt durch die europäische Bearbeitung sicherlich eine wesentliche Kostenersparnis gegenüber Entwicklungen in den einzelnen Ländern separat.
  • Die Behandlung des Themas Aus- und Weiterbildung kommt von europäischer Ebene den einzelnen Ländern direkt zugute.
  • Hinsichtlich der Gefahrstoffverordnung ist mit Sicherheit durch die europäische Angleichung eine Entschärfung so mancher nationaler extremer Anforderungen zu erwarten.
  • Das Gleiche gilt für Fragen des Umweltschutzes; ebenso für
  • Abfallentsorgung und Recycling
  • Holzforschung und Ökoprofil Holz
  • Werbeaktionen und Öffentlichkeitsarbeit der E.V.H. kommen direkt den nationalen Verbänden im Sinne eines vermehrten qualitätsgesicherten Holzbaus zugute
  • Bauverordnungen sollen im Vergleich unter den einzelnen Ländern der E.V.H. Argumente zum vermehrten Einsatz des Holzes im Baugeschehen führen.
  • Durch die Einbringung der Interessen des Holzbaus allgemein kann - unabhängig von nationalen Organisationen - durch die E.V.H. so manche nationale Hürde überbrückt werden ! (Besonders wichtig im Hinblick auf das Brandverhalten von Holzkonstruktionen !!)
D.h. also: Über die Interessensvertretung der E.V.H. in europäischen Gremien können die nationalen Anliegen - unbeeinflußt von anderen Institutionen (z.B. Fachnormenausschüsse etc.) - eingebracht werden.
  • Durch EU - Forschungs-Förderungsmittel für die Durchführung von E.V.H. - Forschungsprojekten profitieren die nationalen Verbände direkt, weil zusätzliche Ressourcen eröffnet werden, die Mittel zur Bearbeitung von Forschungs- und Entwicklungsaufträgen jedoch im Lande bleiben !
  • (vgl. STEP !!) . . . Multiplikatoreffekt: 18 mal !
  • Hinsichtlich europäischer Normung und Standardisation soll im Endeffekt dem Zimmermeister eine einfach zu handhabende Datenbank für nationale und europäische Normen zur Verfügung stehen.
  • Durch die Vorbereitung und Organisation von Veranstaltungen für den Bereich "Holz" seitens nationaler Verbände profitieren jeweils alle anderen Landesorganisationen, sofern der Informationsaustausch mit der Stabstelle der E.V.H. funktioniert.
  • Z.B. kann durch die Schaffung einer europäischen Broschüre über das Brandverhalten von Holzkonstruktionen sicherlich ein wesentlicher Beitrag zur Interpretation des EC 5, Teil 1-2 erreicht werden, welcher so manchen nationalen Organisation zugute kommt, ohne auf "andere Prioritäten" Rücksicht nehmen zu müssen.


5. Voraussetzung europäischer Arbeit:

Jede Aktivität der E.V.H. auf europäischer Ebene setzt eine gleichwertige auf nationaler voraus, sodaß damit die Zimmermeister in den Genuß zusätzlicher nationaler Vorteile kommen.

Es wird in nächster Zeit sicherlich noch Gelegenheit sein über Einzelheiten der Aktivitäten zu berichten, insbesondere über derzeit laufende Programme, an deren erster Stelle das Holzbau - Wörterbuch für die Sprachen deutsch - englisch - französisch - italienisch steht.

Darüber hinaus sei abschließend noch ein ganz wesentlicher Aspekt erwähnt:

Die oft angebrachte Fragestellung "Was hat der Zimmermeisterbetrieb heute unmittelbar von seinem Beitrag zur E.V.H. ?" kann sicherlich nicht mit einer Antwort ausgedrückt werden, denn die E.V.H. ist eine zukunftsorientierte Organisation, deren Ziel es ist :

die Wegbereitung zur Sicherung der Zukunft des Holzbaus in Europa.


6. Aus- und Weiterbildung:

Der EC 5 verlangt von seinem Anwender gewisse Grundkenntnisse über das Holz und die Holzwerkstoffe sowie über das Konstruieren mit Holz. Daher sollte der EC 5 auch durch ergänzende Schriften, Fachbücher und Bemessungshilfen unterstützt werden. Die Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken zu erleichtern ist eines der Hauptziele des STEP ("Structural Timber Education Program").

Außerdem werden im Rahmen des STEP dem Anwender des EC 5 auch die wissenschaftlichen und sicherheitsrelevanten Hintergründe für die speziell für den Ingenieurholzbau im EC 5 niedergelegten Regeln zugänglich gemacht sowie in straffer und für die Aus- und Weiterbildung der Planer aufbereiteter Form der gegenwärtige technische Stand des Holzbaues wiedergegeben.

Vor dem Generationswechsel:

Junge Ingenieure werden sowohl betriebswirtschaftlich, fertigungstechnisch als auch konstruktiv-planerisch für den modernen Holzbau ausgebildet, z.B. durch neue FH-Studiengänge, welche dann flexibel eingesetzt werden können. Gerade dem Handwerk, dem Zimmermeisterbetrieb kommt ein in dieser Breite ausgebildeter Ingenieur sehr entgegen, da sich die wenigsten Betriebe einen Bauingenieur, Fertigungstechniker und Betriebswirt leisten können.


7. Vorteile des Holzbaues gegenüber der Bautechnik mit anderen Baustoffen:

Ständige Forschung und Entwicklung haben in den vergangenen Jahrzehnten dazu beigetragen, daß Holz auch dort eingesetzt wird, wo eine Verwendung früher unmöglich war. Denken wir nur an die eindrucksvollen modernen Ingenieurholzbauten, die unter anderem mit ihren großen Spannweiten ohne weiteres Tragwerken aus anderen Materialien Paroli bieten können. Hinzu kommt, daß heute auch der Stellenwert für Wartung und Erhaltung von Bauten größer wird, was dem Holzbau immer mehr zugute kommt. Auch der Einsatz von Holz in chemisch aggressiver Umgebung findet zunehmend Verbreitung und bildet eine weitere Herausforderung für ingenieurmäßige Innovation und Kreativität auf dem Gebiete des Holzbaues. Sogar chemischen Einflüssen hoher Konzentration - wie sie lediglich im Labor vorkommen - werden durch das Holz vehemente Widerstände entgegengesetzt. Sie dringen zwar von der Oberfläche her gegen das Innere des Holzes vor, der Restquerschnitt bleibt aber, ähnlich wie im Brandfalle, voll tragfähig.

Meine über 30jährige Erfahrung mit dem Holzbau zeigt jedoch, daß in der Praxis diese Beeinflussungen nur im Millimeterbereich an der Oberfläche stattfinden. Demnach ist sowohl in der Forschung wie auch in der Praxis die hohe Resistenz des Holzes gegen chemische Einflüsse bewiesen, wobei auf die Zuhilfenahme chemischer Holzschutzmittel und Behandlungsmethoden verzichtet werden kann.

Hervorragende Beispiele wie Silos für Salz, Lagerhallen für Kali und Düngemittel, Bauwerke in Akkumulatorenfabriken, Überdachungen von Kläranlagen, Pfähle, Joche, u.s.w. demonstrieren die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Werkstoffes Holz auch auf diesem Gebiet.

Die ingenieurmäßige Innovation wird sich auch auf diesem Gebiete zum Wohle des zukünftigen Holzbaues weiter entfalten !


8. Einige Aspekte zur Europäischen Normung das Holz betreffend:

Dem CEN (= Comité Européen de Normalisation) gehören alle EFTA - Staaten an und diese haben sich verpflichtet, das neu zu schaffende Europäische Normenwerk in ihr nationales Normenwerk zu übernehmen.

In diesem neu zu schaffenden Europäischen Normenwerk wollen nicht nur die nationalen Interessen aller EFTA - Mitgliedsstaaten sondern auch die verschiedenen Interessensgebiete gewahrt sein: das sind die Fachleute der an dem betreffenden Sachgebiet interessierten Stellen der Bundes- und Länderwirtschaftsverwaltung, Vertreter der Wissenschaft sowie Interessensvertretungen der Erzeuger und der Verbraucher. Für das "Holz" sind dies aus letzteren Bereichen insbesondere die Forstwirtschaft, die Sägeindustrie, die holzverarbeitende Industrie und das Gewerbe, speziell jenes der Zimmermeister.

Betrachtet man nun eine Übersicht des ÖN zur EN auf dem Gebiet des Bauwesens und der baurelevanten Gremien, so findet man alleine 18 TC's (Technisches Komitee), welche unmittelbar das Holz betreffen. Jedes dieser TC's hat mehrere (oft auch über 20) Untergruppen mit den verschiedensten Bezeichnungen, von welchen wieder mehrere Normen bearbeitet werden, sodaß die Fülle von geschaffenen Normen, Vornormen, projektierten Normen sowie in Ausarbeitung befindlichen Normen kaum mehr überschaubar ist, ganz abgesehen von den zusätzlichen mittelbar das Holz betreffende Normen.

Betrachtet man zusätzlich die bereits existierende Situation der Normen für die Sparte Holz, dann erscheint es fast aussichtslos, daß sich der Hauptanwender - nämlich der Zimmermeister - zurechtfindet, umsomehr als ja in der Übergangsphase von den traditionellen ÖN - zu den EN oftmals beide parallel existieren. Leider wird die Beschäftigung mit der technischen Sachlichkeit oft von geringem Wert eingeschätzt und deshalb eher nebensächlich betrachtet, insbesondere solange weder Schadensfälle noch Reklamationen auftreten, bzw. sich die Auftragslage verschlechtert, weil die Mitbewerber in technischer Hinsicht besser über Vorschriften auf den Gebieten der Normen aber auch des Baurechtes Bescheid wissen. Diese Situation ist demnach äußerst unbefriedigend.

Zwecks Schaffung eines ersten Bezuges zwischen Europäischen und nationalen Holzbau-Normen (insgesamt etwa 1000 Europäische, Deutsche, Österreichische und Französische) hat die E.V.H. die Holzbaudatenbank "NORMDAT" hergestellt. Diese Auswahl resultiert aus den derzeitigen Mitgliedsländern der E.V.H. nämlich Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Österreich und Südtirol. Die Datenbank ist natürlich auch jedem Zimmermeister zugängig, der über eine einfache PC - Ausrüstung verfügt. Diese nunmehr begonnene Datenbank kann durch Ergänzung mit Zulassungen, Prüfbescheiden (von Produkten) und Adressen sowie mit den zu erwartenden Europäischen Normen zu einem Werk ausgebaut werden, welches dem Zimmermeister die Grundlagen (und auch die Gewähr) für die Anwendung der anerkannten Regeln der Technik bietet. Dies wäre die logische Weiterführung und Verknüpfung der derzeitigen Ziele der E.V.H., nämlich von

Holzbau - Wörterbuch

mit

Normen - Koordinierung
und mit

einer vollständigen "Stand der Technik" - Information

für den Bedarfsträger.

Das heißt, Erstellung eines mehrsprachigen Datenbanksystems für die Verwaltung und Abfrage von Norminhalten, Normhinweisen, Prüfberichten und Prüfbescheiden, Zulassungen, Produkthinweisen und Produktinformationen, Literatur und Adressen mit dem Ziel den Bedarfsträgern umfassende, aktuelle und sichere Informationen zur Verfügung zu stellen, welche für den Holzbau in Europa relevant sind.


Europäische Normung - Das Brandverhalten von Holzkonstruktionen

Aus der Fülle der in Entwicklung befindlichen Europäischen Normen sei lediglich hier als Beispiel das Brandverhalten von Holzkonstruktionen herausgegriffen:

Die bautechnisch - rechtliche Situation bleibt nach wie vor in der Hoheitsverwaltung der einzelnen Länder. Die technisch richtige Ausführung durch den Zimmermeister kann geregelt sein durch die Anwendung der anerkannten Regeln der Technik (das sind die derzeit geltenden ÖN - Vorschriften) oder durch Einzelzulassungen.

Das Brandverhalten eines Bauteiles kann demnach nachgewiesen werden durch Versuche oder durch rechnerische Abschätzung bzw. Anwendung von NORMEN.

Aus Europäischer Sicht ist die Vorgangsweise ähnlich:

Die Voraussetzungen für die Beurteilung des Brandwiderstandes eines Bauteiles durch Versuche werden im CEN/TC 127 "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen" geschaffen, jene für die rechnerische Abschätzung sind in der ENV 1995-1-2 enthalten.


Das TC 127:

Dieses hat mittlerweile über 30 (!) sog. ad hoc - Gruppen, welche natürlich auch die Holzsparte (sowohl Baustoff als auch Bauteil) betreffen.

Bezüglich der zu erwartenden Ergebnisse der Brandversuche nach den neuen Europäischen Richtlinien sollte angestrebt werden, eine möglichst leichte Vergleichbarkeit mit den bisherigen nationalen Ergebnissen herstellen zu können. Desweiteren sollten die Rechenergebnissen lt. ENV 1995-1-2 mit den Versuchsergebnissen gemäß "CEN / TC 127" übereinstimmen.

Darüber hinaus sollen aber auch die Rechenergebnissen lt. ENV 1995-1-2 mit den Versuchsergebnissen traditioneller Prüfmethoden übereinstimmen.

Hat man nun die Fülle der in den Normen enthaltenen Beispiele vor Augen und will man vorstehende Vergleiche durchführen, so resultiert daraus bereits ein gewisser Arbeitsaufwand, der für die praktische Anwendung durch die Zimmermeister unbedingt notwendig ist. Tatsache ist aber auch, daß die Abschätzung des Brandwiderstandes von mechanischen Verbindungsmitteln, wie sie im modernen Holzbau angewendet werden, gemäß ENV 1995-1-2 teilweise von traditionellen Versuchsresultaten abweichen.

Daher ist es besonders wertvoll, daß die Europäische Holzbaunorm ENV 1995-1-2 (Vornorm) erschienen ist, um Wege für vergleichende Betrachtungen frei zu halten und die Zeit bis zum Inkrafttreten als endgültige Norm nutzen zu können.


Schlußfolgerung:

Im Hinblick auf den ständigen Konkurrenzkampf, dem sich auch Bauteile aus Holz und/oder Holzwerkstoffen im modernen Baugeschehen auf den verschiedensten Linien - von anderen Baustoffen angefangen bis hin zu den Feuerversicherungsprämien - nicht entziehen können, wird es notwendig sein, daß sich der Anwender, nämlich der Zimmermeister in zunehmendem Maße unter anderem mit der Materie der Europäischen Holzbaunormung beschäftigt. Aus den vorstehenden Andeutungen möge jedoch hervorgehen, daß dies für den einzelnen nicht möglich ist, bzw. bei Spezialfragen immer eine "Insellösung" bleibt. Um dies zu verhindern aber auch über ein breiteres Repertoire zu verfügen, ist es Aufgabe der nationalen und Europäischen Verbände Voraussetzungen zur Anwendbarkeit zu schaffen. Über die Umsetzung entscheidet jedoch der Zimmermeister alleine, indem er seinen Beitrag zu den Vorarbeiten auf nationaler oder Europäischer Ebene leistet, welcher ihm schließlich den gewünschten Erfolg bringen soll.




Abb.: Aufbau eines Holzdaches für die Expo



[ nach oben | zurück | sitemap | impressum ]